Das Primark-Patriarchat

Dieser Artikel erschien eben auf Zeit Online. Es geht um die schlimmen Zustände bei Primark, sowohl in der Produktion als auch in den Läden und überhaupt die mangelhafte Qualität. Wie immer, werden Akteure (in diesem Falle also Kunden und Konsumenten), wenn sie negativ konnotiert sind, nicht gegendert, während natürlich darauf hingewiesen wird, dass die Näherinnen ja zum Großteil ausgebeutete Frauen sind, was aber – nicht nur nach dem Foto zu urteilen – ebenso auf die Konsumenten zutreffen dürfte.

Der Feminismus würde diese Verhältnisse sicherlich auf’s Patriarchat zurückführen, ist das Patriarchat doch grundsätzlich Schuld an allem schlechten in der Welt und besonders dann, wenn Frauen ausgebeutet werden, was ja hier offensichtlich der Fall ist. Nur ist es ja so, dass hier Frauen Frauen ausbeuten: Die Näher in Bangladesch, China, Indien, Pakistan sind größtenteils Frauen; die Kunden sind es ebenso.

Aber ich bin mir sicher, dass unseren Freunden auch hier der richtige Twist einfallen würde. Ich versuche es mal damit: Das Patriarchat zwingt Frauen ja dazu, sich ständig neu für die Männer herauszuputzen, deswegen werden sie auch dazu gezwungen, ständig neue Klamotten zu kaufen. Und würden Frauen nicht 23% weniger Lohn erhalten, dann würden sie auch ganz gewiss nur noch fair trade kaufen. Das Patriarchat zwingt die Frauen dazu, andere Frauen auszubeuten, wofür sie ein schlechts Gewissen haben und dann wieder vom Patriarchat ausgebeutet werden. Schlimm schlimm.

Ich persönlich hatte vor diesem neuen „Skandal“ noch gar nicht von Primark gehört. Wer weiß, vielleicht ist es ja auch nur ein riesiger Marketing-Gag. Zumindest tauchten die Einnähungen bis jetzt nur in Großbritannien auf, was reichlich Zufall ist.

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  1. #1 von wollepelz am 27. Juni 2014 - 18:07

    Na toll, JETZT habe ich wieder ein schlechtes Gewissen! 😀

  2. #2 von wollepelz am 27. Juni 2014 - 21:35

    Gerade gefunden:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/primark-hilferufe-in-kleidern-sind-faelschungen-13014817.html

    Zu schade. Muss was Neues gefunden werden. Die zaubern aber minütlich was aus der Hütin.

  3. #3 von Matthias Mala am 29. Juni 2014 - 18:41

    80% der Verkaufsflächen ist für eine weibliche Kundschaft bestimmt..

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