Archiv für September 2016

Heute nur ein kurzer, gefühlsgeleiteter Beitrag:

Ich habe einen guten Bekannten. Momentan ist unsere Beziehung nicht gut. Ich bin mir sicher, dass er psychische Probleme hat, eventuell sogar gepaart mit einer Suchtproblematik. Ich mache mir echt Sorgen um ihn. Jedenfalls googlete ich gerade nach „Männertherapie [Stadt]“. Einen passenden Therapeuten fand ich nicht. Was fand ich stattdessen, gleich auf der ersten Seite?

Eine Publikation der hessischen Landesregierung, genauer gesagt von der Landeskoordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt. Titel: Wegweiser für die Beratung von Männern mit Gewaltproblemen. Es geht um den Dreiklang Männerberatung – Gewaltberatung – Täterberatung.

Da sucht man also nach Angeboten, die einem lieben Bekannten helfen könnten, und was findet man? Ein regierungsamtliches Schreiben, das Männer nicht als Wesen mit eigenen Sorgen, eigenen Problemen, eigenen Hilfsbedürftigkeiten ansieht, sondern auf die Ursache von Sorgen, Problemen und Gewalt reduziert. Hilfe gibt es nicht für den Mann, weil er Hilfe braucht, sondern weil er zum Problem für andere geworden ist. Solange er seine Probleme mit sich selbst ausmacht, solange er arbeitslos wird, trinkt, kifft, spielt, sich das Leben nimmt, interessiert er nicht. Er muss schon schlagen, damit er Hilfe bekommt. Dass man so Gewalt nicht bekämpft, sondern sie vielmehr fördert, scheint noch niemandem aufgefallen zu sein.

Ich bin echt enttäuscht von dieser Unmenschlichkeit.

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